Vorspiel

          Meine Beziehung zu Büchern und Romanen war nie eine richtige Beziehung gewesen. Dies ist mein erster Roman, den ich schreibe. An den letzten Roman, den ich vollständig gelesen habe, erinnere ich mich nicht mehr. Es war jedenfalls 1984, vor über 20 Jahren, also in der Schulzeit. Meine ehemaligen Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer mögen mir das bitte verzeihen und mögen das bitte für sich nicht als beruflichen oder persönlichen Misserfolg auslegen!
          Die Anfangsbuchstaben meines Vor-, Nachnamens und Wohnorts bilden ein sinnvolles Wörtchen, so gab ich mir selber den Spitznamen OFT. Leider nennt mich kaum jemand so. Ich bin eher der ruhige und normale Typ, was aber jederzeit ins Gegenteil umschlagen kann, ich bin genauso lustig und chaotisch, alles in einer Person. Für einen Chaoten bin ich zu normal und für einen Normalo zu chaotisch! Andere sagen von mir, ich sei anders als die Anderen! Das stimmt, ich bringe mit ständiger Regelmäßigkeit immer wieder neue Beweise dafür, über die die Anderen und ich dann entweder lachen oder nur mit dem Kopf schütteln können, oder beides gleichzeitig!
          Ich hatte bis Februar 2004 eine, ich nannte das 90%ige Beziehung mit D…, meiner Ex-Nachbarin, was aber nicht Inhalt dieses Romans ist. Es war viel mehr, als nur eine Affäre zwischen uns beiden. Ich nannte sie Viagra, über die Bedeutung und den Sinn dieses persönlichen Spitznamens brauch’ ich, glaub’ ich, nichts weiter zu schreiben. Sie wollte eine normale Beziehung mit mir, sie war aber meiner Meinung nach nicht die Richtige für mich. Über eine Kontaktanzeige in der Zeitung, auf die sie antwortete, lernte sie etwas später Mario kennen, mit dem sie zusammenkam. Mein Leben wurde langweilig, ich war zu oft alleine und sehnte mich nach einer neuen Beziehung.
          Durch das Aufgeben von Kontaktanzeigen in Zeitungen lernte ich sehr viele Frauen kennen. Bei meinen Kontakten, Dates und Abenteuern ist mir dann immer wieder aufgefallen, dass alle Frauen völlig unterschiedliche Typen und Charaktere waren, man konnte keines der Dates mit einem anderen vergleichen. Ich erlebte immer wieder sehr schöne, lustige, interessante, chaotische, seltsame, unglaubliche, verrückte und auch unangenehme Sachen, von den vielen Zufällen und Verkettungen ganz zu schweigen. Ich konnte sehr viele Erfahrungen sammeln, bin sehr viel in der Gegend herumgekommen und habe sehr viel erlebt!
          Ich bin nicht der Aufreißertyp, der mit seinen Dates und seinen Abenteuern prahlen möchte, kein Jäger, der bei jedem erlegten Wild eine Kerbe in seine Flinte schnitzt! Die Idee zu diesem Roman stammte nicht von mir, sondern von meinen Kumpels. Wenn ich von meinen Dates und Abenteuern erzählte, konnte ich dabei voll aus mir herausgehen und aus dem grundsätzlich ruhigen OFT wurde ein Alleinunterhalter!
          Jede der Frauen hat sich ihre Rolle in meinem Roman selbst gegeben und konnte diese selbst spielen, jede erhielt von mir einen Spitznamen. Zur Wahrung ihrer Persönlichkeit, ihrer Privatsphäre, ihrer Anonymität und zu ihrem Schutz schreibe ich nicht ihre Namen, sondern nur den ersten Buchstaben ihres Vornamens, ebenfalls nicht ihre Wohnorte.
          Wegen des authentischen Charakters meines Romans erwähne ich die Orte der Dates in Ostthüringen und Westsachsen. Ich habe sehr viele SMS- und E-Mail-Zitate in originaler Rechtschreibung und Grammatik eingearbeitet, also ohne Korrekturen übernommen. Mein Roman ist eine in sich geschlossene Einheit und nicht eine Aneinanderreihung der einzelnen Episoden mit den Frauen. Er ist eine Art Autobiografie über diesen besonderen Abschnitt meines Lebens von Mai 2004 bis Juni 2005. Und: Das Leben ist ein Spiel …